LET’S TALK ABOUT… REGENERATION & REPAIR

20. BIS 24. APRIL 2026
HÖRSAAL E, ERDGESCHOSS, HAUPTPLATZ 8
Das Format Let´s talk about ist als jährliche Diskursreihe konzipiert und untersucht mittels theoretischer und praxisorientierter Inputs die Bedeutung von Lehren, Lernen und Experimentieren in künstlerischen und kunstpädagogischen Handlungsräumen. Die Vorträge und Workshops sind offen für (angehende) Kunstvermittler:innen, praktizierende Pädagog:innen und alle am Diskurs Interessierten.
Die Veranstaltung widmet sich Fragen nach Erneuerung und dem achtsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Regeneration wird dabei als künstlerische und gesellschaftliche Haltung verstanden, die Materialien ebenso wie Zeitlichkeit in zirkulären Zusammenhängen denkt und Perspektiven für ein nachhaltiges Miteinander eröffnet. Repair erweitert diesen Ansatz als Praxis der Fürsorge: Reparieren wird zum bewussten Eingriff, der Be-stehendes erhält, verändert und neue, tragfähige Beziehungen zwischen Mensch, Material und Mitwelt schafft. Angesichts sich enorm zuspitzender sozialer, ökologischer und systemischer Krisen fragen wir, wie Regeneration und Reparatur zu wirkmächtigen Strategien werden können, die verantwortungsvolles Handeln und Transformation ermöglichen. Impuls-vortrag, Workshops, Ausstellung und Tagesprogramme laden zu Austausch, künstlerischem Forschen und zur Entwicklung gemeinsamer Visionen für eine lebenswerte Zukunft. Gestalterische Fragen werden dabei auch in ihren ökologischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen verhandelt.
Eine Veranstaltung der Abteilung Kunst und Gestaltung in Kooperation mit der Abteilung Fachdidaktik-Vermittlung-Forschung. Die Ausstellung HALLO ERDE ist eine Kooperation mit der Abteilung Künstlerische Praxis.
Anmeldung zum Tagesprogramm (20.4.2026) bis 13. April über: https://forms.office.com/e/56umDr5Nk6
DAS PROGRAMM
9.30-10.00
BEGRÜSSUNG
JUTTA STROHMAIER
10:00 -11:30
VORTRAG
ELKE KRASNY
CARE + REPAIR: Urbanes Kuratieren
Das Fortschrittsversprechen der kolonialen, patriarchalen Industriemoderne stellte Zukunft als planbar dar – als Fortschritt, als teleologisches Erreichen einer immer besser werdenden Zeit. Heute leben wir mit den klimakatastrophischen und umweltruinösen Zerstörungseffekten dieser Vergangenheit und wissen, dass die Zeit, die vor uns liegt, der Reparatur bedarf.
Ausgehend von dem 2017 von Angelika Fitz und Elke Krasny kuratierten Projekt Care + Repair reflektiert der Vortrag Kuratieren als urbane Praxis, die sich sorgetragend und reparierend mit städtischen Räumen, ihrer Ökologie, ihren sozialen Beziehungen und Vergangenheiten auseinandersetzt. Care und Repair werden dabei nicht nur als unabdingbar notwendige Prozesse für die Nutzung, Zugänglichkeit und Erhaltung urbaner Räume begriffen, sondern als prinzipiell nie endende Arbeit, deren Veränderung für andere Zukünfte zu sorgen sucht.
13.30 – 16:00
Workshop A
Dialogische Kunst. Gestaltungsimpulse in zwischenmenschlichen Räumen mit Teresa Distelberger
Was ist da zwischen uns? Zerbrochenes Vertrauen, Scherbenhaufen, darunter Trümmer der Geschichte. Und trotzdem auch: Begegnungen, Verbindungen, Zuhören. Teresa Distelberger gibt einen Einblick in ihre dialogische Kunst. Ihr Dialogspiel „about home“ lädt ganz unterschiedliche Menschen dazu ein, ihre Geschichten zu teilen zur Frage: „Warum fühlst du dich wo daheim? Oder auch nicht?“. Sie lebt Erinnerungskultur als soziale Praxis, in der sie u.a. mit Nachfahren von Opfern und Täter*innen der NS-Zeit arbeitet. Gemeinsam mit Karoline Wibmer hat sie dafür eine traumainformierte künstlerische Arbeitsweise entwickelt, in der sie auf heilsamen Selbstkontakt, Beziehungsraum-Pflege und energetische Nachhaltigkeit achtet. In kleinen Übungen und an „about home“-Spieltischen werden die Prinzipien praktisch erfahrbar. Ein Workshop mit konkreten Werkzeugen zum Mitnehmen für kleine Reparaturen rundum.
13.30 – 16.00
Workshop B
Seit wann ist Kompostieren Kunst? mit Martina Kolarek
Immer mehr Künstler*innen arbeiten mit vergänglichen Materialien und lebenden Objekten. In den Praxisworkshops von DIE BODEN SCHAFFT sind wir Teil eines von Menschen gestalteten Multispeziesprozesses: in der Mitte des Komposthaufens. Wir solidarisieren uns mit dem Mehr-als-Menschlichen und handeln gemeinsam. Dabei tauschen wir Wissen, Erfahrungen und Stoffe aus.
In Let´s talk about….. erarbeiten wir gemeinsam Unterschiede zwischen Reparatur, Regeneration und Erneuerung am Beispiel des Kompostprinzips. Anhand von Beispielen aus der Praxis zeigt Martina Kolarek, wie Fürsorge (Care) in der Kunst und im Kunstunterricht bisher umgesetzt werden.
13.30 – 16.00
Workshop C
Regeneratives ZusammenSpiel. mit Helga Luger-Schreiner
Dieser Workshop lädt dazu ein, Achtsamkeit, Wohlwollen und künstlerische Kreativität als ressourcenstärkende Potentiale neu zu entdecken und zu nähren und vor allem deren Synergien zu erkunden. Durch individuelles Experimentieren und kreatives Zusammenspiel betreten wir Pfade, die zu mehr Fürsorge für sich selbst, für unsere Mitwelt und für Natur weisen. Stille und bewegte Meditation, verkörperte Präsenz, Erforschen unseres Bewusstseins, spielerisches Staunen und wohlwollendes Einlassen auf persönliche Prozesse und herausfordernde Gefühle unterstützen innere und äußere Transformation und können eine authentische Basis für gelingende (pädagogische) Beziehungen, für Mut zu Visionen und für nachhaltiges kreatives Wirken schaffen.
16:30
DISKUSSIONSRUNDE & REFLEXION
TERESA DISTELBERGER, MARTINA KOLAREK, ELKE KRASNY, HELGA LUGER-SCHREINER, JUTTA STROHMAIER
Anmeldung bis 13. April über: https://forms.office.com/e/56umDr5Nk6
Weitere Infos: kug.buero@kunstuni-linz.at
Wenn Sie die Veranstaltung als Lehrer:innenfortbildung belegen wollen, wenden Sie sich bitte an ulrike.altmueller@ph-ooe.at (Tagesprogramm am Montag, 20.4.2026)
SCHWERPUNKTWOCHE:
DIENSTAG 10:30 – 11:30
SCHULKLASSENPROGRAMM (MS PASCHING)
DIE NATUR DER FARBEN – DIE FARBEN DER NATUR mit CHRISTOPH HOLZEIS
In diesem Workshop rund um das Thema Naturfarben, der von Lehrenden und Studierenden der Abteilung Kunst und Gestaltung betreut wird, erfahren Schüler*innen spielerisch Wissenswertes über die Herstellung von Pflanzenfarben und Pigmenten. Im Anschluss werden diese Farben auch gleich direkt ausprobiert und auf Stoff oder Papier aufgetragen. Als Gruppe erarbeiten wir einen Beitrag zur Ausstellung HALLO ERDE, die sich als work in progress durch die Teilnahme von Studierenden und Schüler*innen kontinuierlich weiterentwickelt.
DONNERSTAG 13:30 – 15:00
KUNSTVERMITTLUNG IN DER AUSSTELLUNG PLEAS OF RESISTANCE VON CARLOS MOTTA MIT PETZ HASELMAYER (OK – Offenes Kulturhaus, Dametzstraße)
Ausstellungsbesuch der Ausstellung Pleas of Resistance (orig. Plegarias de Resistencia) von Carlos Motta mit Petz Haselmayer. Der gemeinsame Besuch widmet sich künstlerisch-forschender und vermittelnder Zugänge zu Lücken, Gewalt und Begehren in Archiven. Wir spüren Mottas Arbeiten und Bedeutungen nach und setzen uns mit dem Erbe der Christianisierung als kolonialer Praxis der Unterwerfung und Domestizierung queerer und rassifizierter Lebensformen auseinander. Gemeinsam erproben wir ästhetische und vermittelnde Strategien queerer Irritation und Lust, die Kolonialität befragen und reflektieren Regeneration und Repair mit queer-dekolonialem Anspruch.
FREITAG 17:00-23:00
VERNISSAGE-FINISSAGE HALLO ERDE X LANGE NACHT DER FORSCHUNG
Parallel zu Let’s talk about…REGENERATION & REPAIR wird das begleitende Ausstellungsformat HALLO ERDE selbst zum Experimentierfeld. Sichtbar wird dabei kein fertiger Endzustand, sondern ein Prozess – ein offenes Labor für regenerative Kreisläufe. Im Zentrum stehen transformative Handlungen statt isolierter Objekte: Materialien werden gemeinsam befragt, Naturfarben er-probt und Werkzeuge weitergedacht. Der Ausstellungsraum wird dabei zum offenen Feld für Mitdenken, Umarbeiten, Reparieren und Wiederverwenden.
Die Eröffnung findet im Rahmen der LANGEN NACHT DER FORSCHUNG am Freitag, 24. April 2026, ab 17 Uhr statt.
MIT STUDIERENDEN DES ERSTEN JAHRGANGS SOWIE STEFAN BRANDMAYR, NIKOLAUS GANSTERER, CHRISTOPH HOLZEIS, MORITZ MATSCHKE